Jubiläum

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Noch lange nicht in Sicht: Die Rocker-Rente

Calau/Vetschau.. Im Dezember 1984 starteten zwei junge Musiker, um die Tanzböden der Region zu erobern. In den vergangenen 20 Jahren gab es viele Veränderungen, manches Hoch und manches Tief in der Geschichte der Band. Eins ist geblieben: Die Gruppe „Interface“ mischt die Musik- und Party-Szene mit den Top 40 der Charts und mit den Hits der 80er und 90er Jahre auf. Auf die Mischung 60/40 (Ost/West) kommt es jetzt allerdings nicht mehr an. Am kommenden Wochenende feiert die Band mit ihren Fans – mit Musik, wie sie ihnen gefällt. Von Ingrid Hoberg 

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Wer 20 wird, möchte seinen Geburtstag nicht im stillen Kämmerlein feiern. So ist das auch bei „Interface“ . Bandleader und Manager Knut Petrick hat ein tolles Geburtstagspaket geschnürt für alte und neue Fans der Band aus der Niederlausitz. Am Wochenende vom 3. bis 5. Dezember wird in Calau gefeiert.

Am Freitag spielt ab 21 Uhr die Gruppe „Six“ im beheizten Zelt auf dem Rummelplatz am Lindengarten. Am Samstag wird dann nicht nur „Interface“ in Tasten und Saiten greifen, es rocken und grooven ab 21 Uhr mit: „Backfire“ , „Prinz of Harp“ und „The Toothpicks“ . Für Überraschungen ist an diesem Abend auf alle Fälle gesorgt. Wer dann am Sonntag um 11 Uhr schon wieder fit ist, kann dabei sein, wenn „Die Elstertaler Blasmusikanten“ ins Horn stoßen. Sie spielen vom historischen Marsch, Walzer, Polka, Evergreens alles bis zu aktuellen Titeln der Volksmusik.

Musik mit Registrierung

Mit so einem großen Paukenschlag ist „Interface“ vor 20 Jahren nicht gestartet. Da galt es, nachdem sich Lutz Jank (Gitarre, Gesang) und Knut Petrick (Keyboard, Gesang) einig waren, dass sie gemeinsam als Musiker über die Lande ziehen wollten, jede Menge Papiere zu beschaffen. Beim Rat des Bezirkes musste die Kapellen-Regis trierung eingeholt werden, selbst für das Transportgewicht der Anlage gab es eine Registrierungskarte, erinnert sich der Calauer Knut Petrick.

Für 750 Kilogramm durften dann 51 Pfennig pro Kilometer abgerechnet werden. „Wir haben damals schon mit einem Rhythmus-Computer gearbeitet, wir waren anderen Band in der Region weit voraus“ , sagt er. Organisationstalent gehörte dazu, um an moderne Instrumente zu kommen.

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Ein bisschen West-Geld konnte auch nicht schaden. Bei den niedrigen Gagen, die damals gezahlt wurden, musste die Band zusehen, dass sie fünf Tage in der Woche spielen konnte. Die Konzert- und Gastspieldirektion Cottbus hatte die Hand drauf bei der Vergabe von Veranstaltungen.

Im Dezember 1986 ging Lutz Jank zur Armee, ab ’87 spielte „Interface“ dann in Dreierbesetzung – neben Knut Petrick mit Paul Eischet und Bettina Flüss, beide aus Berlin. Ab Frühjahr 1990 bis September 1993 war der Boblitzer Andreas Schenker als Sänger in der Band dabei. „Im Sommer ’90 brach alles weg, es gab überhaupt keine Muggen mehr“ , erinnert sich Knut Petrick. Erst im nächsten Jahr ging es dann wieder aufwärts für Bands aus dem Osten.

Die ersten Rocknächte

Mitte der 90er Jahre gab „Interface“ Benefizkonzert für Leukämie-Kranke, spielte am 17. August 1997 mit „Six“ in der Cottbuser Spreewehrmühle für die Opfer der Hochwasserkatastrophe an der Oder. In diesem Jahr gab es auch die erste Rocknacht in Vetschau, organisiert von Knut Petrick. Im Oktober 2000 stieg die erste Rocknacht mit Gastbands auf dem Calauer Marktplatz.

Über mehrere Umbesetzungen in den vergangenen Jahren ist „Interface“ jetzt wieder mit vier Akteuren unterwegs: Die drei jungen Musiker Marie Heinrich, Lars Anklam und Martin Amthor stehen mit Knut Petrick auf der Bühne. Zurzeit arbeitet die Band an der zweiten CD, die erste erschien im Dezember 1998, schlicht „Interface“ betitelt. Die junge Sängerin und der erfahrene Musiker Knut Petrick komponieren und texten für die zweite Scheibe die eigenen Songs. Doch am kommenden Wochenende ist erst einmal Geburtstags-Party angesagt.

Quelle: LR-online.de vom 27.11.2004 https://www.lr-online.de/lausitz/luebbenau/noch-lange-nicht-in-sicht-die-rocker-rente_aid-3272781
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